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Veröffentlicht am 15.11.2015 in der Kategorie: Presseerklärungen

Ein Lichtblick für Asiens Tierwelt: Wiederaufforstungsmaßnahmen und neue Waldkorridore in Borneo

Die seit dem Sommer dieses Jahres wütenden Waldbrände in Südostasien führen durch ihre hohe CO2 Emission und der Zerstörung riesiger Waldflächen zu einer Umweltkatastrophe ungeheuren Ausmaßes. Die alljährlich auf Sumatra und Borneo gelegten Brände sind durch die derzeitige Trockenheit abermals völlig außer Kontrolle geraten und haben wohl bereits die schlimmsten Zerstörungen seit den Bränden 1997/98 angerichtet. Einer der artenreichsten Lebensräume der Welt wird gezielt durch Brandrodung zerstört, um neue Anbauflächen für Palmöl zu schaffen. Ein Lichtblick für Asiens Tier- und Pflanzenwelt stellt das am 11.11.2015 unterzeichnete Abkommen zwischen dem Rhino and Forest Fund e.V. (RFF) und der Regierung des malaysischen Bundesstaates Sabah dar. Der Vertrag legt den Grundstein für dringend erforderliche Wiederaufforstungsmaßnahmen zerstörter Regenwaldflächen und die Einrichtung neuer Waldkorridore. Ein weiterer Meilenstein ist eine vom RFF initiierte Landspende von über 460 ha, die am 11.11.2015 an das Sabah Forestry Department zur Einrichtung eines neuen Naturschutzgebiets übergeben wurde. Dieses Gebiet ist als Verbindungskorridor bereits bestehender Schutzgebiete unverzichtbar.


Left to right: Musa Aman (chiefminister of Sabah), Sam Mannan (director Sabah Forestry Department), Robert Risch (director RFF)

Left to right: Musa Aman (chiefminister of Sabah), Sam Mannan (director Sabah Forestry Department), Robert Risch (director RFF)

Die extrem reichhaltige Pflanzen- und Tierwelt Borneos ist neben unkontrollierter Brandrodung auch durch die Ausbeutung der Wälder, Wilderei und die Zerstörung und Fragmentierung von Waldgebieten stark bedroht. „Das Sumatranashorn stirbt gerade vor unseren Augen aus. Auf Borneo gibt es nur noch wenige frei lebende Nashörner, während man in Sumatra noch von ca. 100 Tieren ausgeht“, erläutert Dr. Petra Kretzschmar vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). Es müssen unverzüglich Schutzmaßnahmen getroffen werden, um zu verhindern, dass weitere Arten wie z.B. Banteng, Nebelparder, Orang Utan, Tapir und Elefant ausgerottet werden. Hierzu zählen insbesondere die Renaturierung und Vernetzung degradierter und zerstückelter Waldfragmente, sowie der Schutz der verbliebenen größeren Waldgebiete.

„Uns bleibt nur noch ein Zeitfenster von wenigen Jahren, um die entscheidenden Waldgebiete zu retten und zu vernetzen. Andernfalls gibt es für zahlreiche Arten Südostasiens nur noch wenig Hoffnung, da die isolierten und schrumpfenden Waldreste immer weniger überlebensfähigen Populationen gerecht werden können. Wenn alle Akteure am gleichen Strang ziehen ist es jedoch zu schaffen, den Trend umzukehren! Dies gilt insbesondere in Sabah, wo die Unterstützung der Behörden durch das heute unterzeichnete Abkommen bekräftigt wird. Dieses Abkommen ist zwar nur ein kleiner Schritt vorwärts, aber es ist richtungsweisend für eine dringend notwendige neue, konstruktive und effiziente Naturschutzarbeit", sagt Robert Risch, Mitbegründer und Direktor des RFF.

Das Abkommen zwischen dem RFF und der Regierung des malaysischen Bundesstaates Sabah auf Borneo, hat den Erhalt, die Aufforstung und die Vernetzung des Tabin Wildlife Reservats im Nordosten Borneos zum Ziel. Das 120.000 ha große Reservat ist eines der wichtigsten Rückzugsgebiete für bedrohte Arten auf Borneo. Das Gebiet ist von Palmölplantagen und Sümpfen eigeschlossen und bietet keine Chance für den Austausch mit umliegenden Schutzgebieten. Seit 2010 arbeitet der RFF an der Vernetzung des Reservats. Bislang wurden zwei Areale mit einer Gesamtfläche von ca. 25 ha mit einheimischen Baumarten wieder aufgeforstet. Bei einem der Gebiete handelt es sich um einen Wildtierkorridor, der die derzeit einzige geschützte trockene Landverbindung zwischen Tabin und etlichen größeren Naturschutzgebieten im Norden Tabins darstellt.

Gleichzeitig mit dem Abkommen kam es, vermittelt durch den RFF und das Sabah Forestry Department, zu einer in der Geschichte Sabahs bisher beispiellosen Landspende: ein lokaler Waldbesitzer stellte ein Gebiet im Wert von ca. 3 Millionen Euro für den Naturschutz zur Verfügung. Das Gebiet ist als Verbindungskorridor zwischen dem Tabin Wildlife Reservat und dem Kulamba Wildlife Reservat, einem weiteren Schutzgebiet, von enormer Bedeutung. Die teils degradierten Gebiete will der RFF nun wieder mit Baumpflanzungen renaturieren. In den kommenden Jahren will der RFF weiter an der Identifizierung der für die Habitatvernetzung strategisch wichtigsten Gebiete arbeiten und versuchen, deren Abholzung zu verhindern, sowie unverzichtbare Teile von Palmölplantagen zu akquirieren und wieder in naturnahen Wald zurückzuverwandeln. In der Zukunft ist insbesondere eine Ausweitung und weitere Vernetzung des Tabin Wildtierreservats mit kleineren benachbarten Waldfragmenten geplant, um ein Netzwerk von verbundenen Schutzgebieten von ausreichender Qualität und Größe zu erreichen.

Der RFF ist eine unabhängige Nichtregierungsorganisation (NGO) und wurde 2009 aus dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin und der Universität Zürich heraus gegründet. Finanziert wird die Arbeit des RFF hauptsächlich durch den Zoo Leipzig und private Spenden. In Sabah arbeitet der RFF eng mit den lokalen Behörden wie dem Sabah Forestry Department, dem Sabah Wildlife Department, sowie mit anderen NGOs und Akteuren zusammen. Aber auch in Europa ist der RFF aktiv. “Wir agieren nicht nur auf Borneo. Mit Lehrveranstaltungen an Schweizer Universitäten und Fachhochschulen und Vorträgen in der Schweiz und Deutschland sensibilisieren wir die breite Öffentlichkeit auch in Europa für strategische Landnutzung und den Erhalt der Biodiversität”, erklärt Dr. Philippe Saner, Aufforstungsexperte an der Universität Zürich. 


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Die letzten Sabahnashörner

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Wiederaufforstung in Sabah, Nord-Borneo

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