Wiederaufforstung und Wiedervernetzung des Tabin Wildtierreservats

Banteng
Banteng
Bornesischer Zwergelefant
Bornesischer Zwergelefant
Borneonashorn
Borneonashorn
Dr. P. Saner mit gepflanztem Setzling in Tabin
Dr. P. Saner mit gepflanztem Setzling in Tabin
Orang Utan
Orang Utan
Projektgebiet am Tabin river
Projektgebiet am Tabin river
Projektgebiet in Tabin
Projektgebiet in Tabin
Unterzeichnung eines Abkommens mit der Regierung 2010
Unterzeichnung eines Abkommens mit der Regierung 2010
Malaienbär
Malaienbär

Im November 2010 unterzeichneten der Rhino and Forest Fund (RFF) und das Sabah Forestry Department (SFD) ein Abkommen über die Wiederaufforstung des Tabin Wildtierreservats (TWR) und die Errichtung von Wildkorridoren zwischen Tabin und benachbarten Waldgebieten.

Die Wiederaufforstungsarbeiten starteten im März 2011 mit dem ersten Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem SFD und insbesondere dem Forest Research Centre (FRC). Das Projektgebiet besteht aus einem Streifen schwer geschädigten Regenwaldes von 10 ha Größe im TWR, der in den 80er Jahren abgeholzt wurde und sich aufgrund rücksichtsloser Holzeinschlagsmethoden bis heute nicht regenerieren konnte.

Hintergrund:

Das Tabin Wildtierreservat ist eines der letzten Gebiete Borneos, wo noch nahezu alle einheimischen Großtiere angetroffen werden können. Hierzu zählen beispielsweise das Borneonashorn, der Bornesische Zwergelefant, der Orang Utan, der Banteng und Malaienbär. Leider ist Tabin quasi vollständig von riesigen Palmölplantagen eingeschlossen und von den übrigen Waldgebieten abgeschnitten.

Um vom Aussterben bedrohte Arten zu retten, die unter der Zerschneidung ihres Lebensraums leiden, will der RFF einen Beitrag zur Errichtung eines geschlossenen Netzwerks von Schutzgebieten von ausreichender Qualität und Größe leisten. Dies würde den genetischen Austausch zwischen momentan getrennten Subpopulationen bedrohter Arten ermöglichen und wesentlich zum Erhalt gesunder Populationen beitragen. Die Wiederaufforstung bestimmter degradierter Waldgebiete und vor allem die Wiedervernetzung Tabins mit anderen Schutzgebieten stellts sich somit als entscheidend für eine langfristige Überlebensperspektive  vieler bedrohter Arten in Sabah dar.

Eine der Voraussetzungen für den RFF, sich in Sabah zu engagieren, war das Versprechen der Regierung, die aufgeforsteten Gebiet und Tabin in Zukunft von jeglichem Holzeinschlag oder etwaigen Landnutzungsänderungen auszunehmen.

Die Ziele des Projekts

Die Ziele des Aufforstungsprogramms sind:

  • das ursprüngliche Ökosystem in geschädigten Teilen Tabins wieder herzustellen,
  • die Artenvielfalt zu erhöhen, 
  • Bewusstsein für die Bedeutung des Projektgebiet zu wecken,
  • die Tragfähigkeit für bedrohte Tiere zu erhöhen und 
  • Tabin wieder mit anderen Waldgebieten zu vernetzen. 

Pflanzdesign und Baumzusammensetzung

Das Pflanzdesign ist 8m x 8m Pflanzung von einzelnen Setzlingen oder Gruppen von Setzlingen wobei bis zu 50% der Pflanzstellen mit Arten aus der Familie der Flügelfruchtgewächse ( Dipterocarpaceae) bestückt werden und die übrigen mit einheimischen Fruchtbaumarten, die als vorteilhaft für Wildtiere bekannt sind. Die Setzlinge werden seitlich der Pflanzlinien (die zuvor ins Dickicht geschlagen werden müssen) gepflanzt, um Schäden durch Elefanten, die den Linien folgen, vorzubeugen – eine erfolgreiche Strategie, da die Sterblichkeit der Setzlinge tatsächlich weit unter 10% liegt.

Das Ziel für den Bestand an Flügelfruchtgewächsen nach der Wiederaufforstung ist ca. 70 ausgewachsene Exemplare pro Hektar, was ungefähr der natürlichen Verbreitung in unberührtem bornesischen Tieflandregenwald entspricht.

Die Flügelfruchtgewächse werden ein neues Kronendach bilden und somit das ursprüngliche Ökosystem wieder herstellen.

Um die Tragfähigkeit für Wildtiere durch die Bereitsstellung zusätzlicher Futterquellen zu erhöhen, wird die Konzentration wilder Fruchtbaumarten überdurchschnittlich angehoben.

Die Örtlichkeit des Projektgebiets

Das Pflanzgebiet wurde ausgewählt, da es in der Nähe des Tabin Headquarters liegt, diese Gegend schwer geschädigt, leicht zugänglich für Pflanzer und Besucher ist und unweit touristischer Infrastruktur liegt. Das Projektgebiet taugt somit zusätzlich für Umweltbildungszwecke und soll künftig in ökotouristische Aktivitäten eingebunden werden.

Inter- und intraspezifische Diversität

Der Setzlingsbank besteht aus mindestens 50 verschiedenen einheimischen Baumarten. Die Samenbank ist jedoch auch im Hinblick auf die intraspezifische Diversität reichhaltig, um das Augenmerk nicht nur auf die Anzahl der Arten zu richten, sondern auch um nach Möglichkeit auch für jede Einzelne Art Setzlinge von verschiedenen Mutterbäumen verschiedener Herkunft zu garantieren. Daher bezieht der RFF seine Setzlinge von mehr als 10 verschiedenen Quellen, damit ein reichhaltigerer genetischer Pool für die verschiedenen gepflanzten Arten erreicht werden kann.

Finanzierung und Ausweitung des Projekts

Die Mittel für das erste Pflanzgebiet stammen v.a. vom Zoo Leipzig und von privaten Spenden aus Deutschland und der Schweiz. Die Strategie ist, zuerst vorzeigbare Modellprojekte zu etablieren, um Erfahrungen zu sammeln und Glaubwürdigkeit zu gewinnen und so weitere Geldgeber zu überzeugen, um künftig zu großflächigen Pflanzungen übergehen zu können. Die Projektgebiete werden abhängig von  den verfügbaren finanziellen Mitteln stetig ausgeweitet.

Im Frühjahr 2012 wurde in Zusammenarbeit mit dem Sabah Wildlife Department und dem SFD / FRC bereits ein zweites Gebiet entlang eines Flusslaufs aufgeforstet, um einen Waldkorridor zu errichten und so Tabin mit einem weiteren Schutzgebiet zu verbinden.

Zwischen 2015 und 2017 wurden zudem auf Initiative des RFF bislang ca. 2300 ha gefährdeter Waldgebiete im Korridorgebiet unter Schutz gestellt.

Noch 2017 will der RFF verbliebene private Waldparzellen freikaufen, um den Korridor weiter zu vervollständigen.

Der letzte Schritt ist dann der Erwerb einer ganzen Palmölplantage, die in einem Modellprojekt in Wald zurück verwandelt werden soll, um die letzte Lücke zwischen Tabin und den Schutzgebieten im Norden endgültig zu schließen.

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